Mühleberg vom Netz? Eigentlich Logisch!

Medienmitteilung

Abstimmung «Mühleberg vom Netz»

Ausserbetriebnahme verschoben

Bern, 18.05.2014 – Die Berner Stimmbevölkerung hat heute Sonntag die Chance verpasst, dem AKW Mühleberg noch in diesem Jahr den Stecker zu ziehen. Die unverantwortbaren Sicherheitsmängel und die Fragezeichen zur Wirtschaftlichkeit des Uralt-Reaktors bleiben damit bestehen. Im heutigen Zustand darf Mühleberg gemäss geltender Verfügung des ENSI nicht über 2017 betrieben werden. Die von der BKW geplanten minimalen Nachrüstungen werden daran nichts ändern. Nun ist das ENSI als oberste Atomaufsichtsbehörde gefordert.

Die von Franziska Herren und Walter Kummer lancierte Initiative «Mühleberg vom Netz» hat die Diskussion über die Problematik der Atomenergie im Kanton Bern neu lanciert. Hierfür gebührt ihnen grosser Respekt. Mit der Ablehnung der Initiative bleibt der Reaktor vorerst am Netz. Die latente Bedrohung für die Sicherheit der Bernerinnen und Berner und die übrige Schweiz bleibt weiterhin bestehen.

Atomaufsicht ENSI gefordert

«Natürlich sind wir über den Ausgang der Abstimmung enttäuscht», sagt Peter Stutz, Kampagnenleiter des Vereins «Mühleberg stilllegen». Das Abstimmungsergebnis verschiebt den Zeitpunkt der Abschaltung etwas nach hinten, aber die Ausserbetriebnahme kommt: «Bis zum 30. Juni 2014 muss die BKW aufzeigen, mit welchen Nachrüstungen die AKW- Abschaltung bis 2019 aufgeschoben werden soll. Diese werden dann vom ENSI geprüft», so Stutz.

«Wir fordern ein Durchgreifen des ENSI,» erklärt Jürg Joss, Präsident des Vereins «Mühleberg Ver-fahren» und Vorstandsmitglied von Fokus Anti-Atom. «Noch vor wenigen Wochen kritisierte das ENSI die BKW, sie nehme die Sicherheit des AKW Mühleberg zu wenig ernst. Nun muss das ENSI entsprechend handeln und dem immer noch nicht nachgerüsteten AKW Mühleberg den Stecker ziehen», so Joss weiter. «Auf Bundesebene hiess es immer, wenn es nicht sicher ist, wird es abgeschaltet.» Das erwarten auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die im Vertrauen in die Sicherheit ein Nein in die Urne gelegt haben.

Ende des AKW Mühleberg in Sichtweite

Ob sich diese Investitionen überhaupt lohnen, ist höchst fraglich. Im aktuellen Marktumfeld gestaltet sich der AKW-Betrieb unwirtschaftlich. Die Gestehungskosten der Atomenergie liegen über den Marktpreisen. Trotz des Aufschubs an der Urne: das Ende des AKW Mühleberg rückt so oder so in Sichtweite.

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